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Anaphylaxie Basiswissen
Eine Anaphylaxie ist eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei reagiert der Körper auf bestimmte Substanzen, Allergene, die normalerweise ungefährlich sind.
Dabei können verschiedene Organsysteme wie z. B. Haut, Atemwege, Magen-Darmtrakt und Herzkreislaufsystem gleichzeitig betroffen sein. Im schlimmsten Fall kann eine Anaphylaxie innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich verlaufen. Deshalb ist eine Anaphylaxie ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss!
Was sind die häufigsten Auslöser?
Lebensmittel (häufigste Auslöser bei Kindern): Nüsse, Erdnüsse, Milch, Eier, Fisch, Schalentiere und Soja sind die häufigsten Auslöser von anaphylaktischen Reaktionen, die im Einzelfall jedoch von fast jedem eiweißhaltigen Lebensmittel hervorgerufen werden können. Bei manchen Allergikern genügen kleinste Mengen des Allergens, um eine Anaphylaxie auszulösen. Insektengifte (häufigste Auslöser bei Erwachsenen): Beim Stich durch eine Wespe, Biene, Hummel oder Hornisse werden Gifte übertragen, die potente Allergene und häufige Anaphylaxie-Auslöser sind. Medikamente: Die häufigsten Auslöser unter den Medikamenten sind Antibiotika, Schmerzmittel, Narkose-und Röntgenkontrastmittel. Sonstige: Weitere Auslöser können z. B. Naturlatex oder weitere tierische und pflanzliche Allergene sein, körperliche Belastung kann die Reaktion verstärken. Es gibt auch Reaktionen, bei denen die Ursache nicht erkennbar ist.
Wie äußert sich eine Anaphylaxie?
Die Symptome können sehr schnell und plötzlich innerhalb weniger Minuten bis zu mehreren Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auftreten. Zu Beginn harmlos erscheinende Beschwerden können dabei schnell fortschreiten. Dabei kommt es bei ca. 20 % der Patienten nach dem Abklingen der Symptome einige Zeit später erneut zu Beschwerden. Erste Anzeichen: Juckreiz an den Handflächen und Fußsohlen oder Genitalien, metallischer Geschmack, Prickeln im Mund- und Rachenraum sowie Hitzegefühl bzw. -wallung, Unruhe, Rötung großer Hautbereiche. Mittelschwere Symptome: Ausschlag, Schwellung der Lippen, Augen und/oder des Gesichts, Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Stuhl- und Harndrang, Husten und Kurzatmigkeit. Schwere Symptome: Atemnot, starker Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Herzkreislauf- und/oder Atemstillstand.
Was ist im Notfall zu tun?
Wenn Sie vermuten, dass Sie bzw. Ihr Kind eine anaphylaktische Reaktion bekommen, handeln Sie sofort: - Stoppen Sie die Allergenzufuhr
- Wenden Sie das Notfallset an
- Verständigen Sie den Notarzt (112)
- Je nach Beschwerden:
- Hinsetzen bei Atemnot,
- Hinlegen bei Kreislaufbeschwerden,
- stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
Woraus besteht das Anaphylaxie-Notfallset?
Das Anaphylaxie-Notfallset besteht aus drei Medikamenten, die einzeln erhältlich sind bzw. vom Arzt verschrieben werden: - Adrenalin-Autoinjektor
- Antihistaminikum (Tropfen, Saft oder Tabletten)
- Kortison (Saft, Tabletten oder Zäpfchen)
Adrenalin wirkt sehr schnell, normalisiert die Herzfunktion, steigert den Blutdruck und stabilisiert dadurch den Kreislauf. Außerdem entspannt es die Muskulatur der Bronchien, wodurch das Atmen erleichtert wird. Das Antihistaminikum bekämpft die allergische Reaktion und Kortison wirkt Reaktionen entgegen, die möglicherweise auch später auftreten können. Bei bekannter Reaktion mit Atemnot/Asthma, sollten Betroffene außerdem ein Asthma-Notfallspray mit sich führen. Dies erweitert die Bronchien und verbessert die Atmung.
Wie kann ich mein Anaphylaxie-Risiko verringern?
ERKENNEN – ENTGEGENWIRKEN – ERINNERN - Das genaue Wissen über Ihre Anaphylaxie ist der wirkungsvollste Schutz, daher ist es notwendig, Anzeichen und erste Symptome zu ERKENNEN. Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt, wenn Sie oder Ihr Kind eine anaphylaktische Reaktion erlitten haben. Dieser wird Sie an einen Allergologen überweisen.
- Im Anaphylaxie-Notfall ist schnellstes Handeln erforderlich, um dem Fortschreiten ENTGEGENZUWIRKEN.
Hierfür ist wichtig:
- Tragen Sie/Ihr Kind das Notfallset immer griffbereit bei sich.
- Informieren Sie andere in Ihrer Umgebung (Familie, Arbeitsplatz, Schule, Kindergarten, Freunde etc.) über Ihre bzw. die Allergie Ihres Kindes sowie das Anaphylaxie-Risiko, z. B.:
- Wogegen die allergische Sofortreaktion besteht.
- Welche Anzeichen/Symptome es bei einer anaphylaktischen Reaktion gibt.
- Wie andere im Notfall helfen können (Notarzt rufen, Medikamente geben).
- Tragen Sie immer einen Anaphylaxie-Pass bei sich. In diesem ist der Auslöser vermerkt und was im Notfall zu tun ist. Einen solchen Anaphylaxie-Pass, herausgegeben von pina e. V., erhalten Sie über Ihren Arzt oder den Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V.
- Kontrollieren Sie und Ihr Allergologe regelmäßig die Haltbarkeit der Medikamente.
- Üben Sie sich und andere im Umgang mit dem Notfallset, bis es Routine wird! Ihr Allergologe unterstützt Sie dabei.
- Ist die Anaphylaxie überstanden, versuchen Sie, sich an jede Kleinigkeit zu ERINNERN, wie es zu der Reaktion kommen konnte, um daraus zu lernen und zukünftig ähnliche Situationen möglichst zu vermeiden.
- Nahrungsmittelallergiker sollten unbedingt eine fachlich qualifizierte Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
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Allergenzufuhr stoppen
Notfallset anwenden
Notarzt verständigen
Je nach Beschwerden
Atemnot: hinsetzen
Kreislaufbeschwerden: hinlegen
Bewußtlosigkeit: stabile Seitenlage
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